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„Form und Inhalt des Lebens hängen davon ab, wie Aufmerksamkeit genutzt wird“ so schreibt der Psycho-logieprofessor und Erfinder des Flow-Phänomens Mihaly Csikszentmihalyi (geb. 1934) in seinem Buch „Flow - Das Geheimnis des Glücks“. Glück geschieht für ihn nicht einfach so. Glück ist für ihn ein Zustand der Bereitschaft voraussetzt, den es sich lohnt zu kultivieren und zu verteidigen. Er schreibt: „Menschen, die lernen, ihre inneren Erfahrungen zu steuern, können ihre Lebensqualität bestimmen; dies kommt dem was wir Glück nennen wohl am allernächsten.“
Yehudi Menuhin ( 1916 - 1999) berühmter Violinist und Dirigent Er suchte 1952 bei einer Konzertreise B.K.S. Iyenger auf. Es heißt damals fühlte er sich ausgebrannt. Erst überrascht und bald überzeugt von der tiefen Wirkung des Yoga blieb er bis zu seinem Tod dem Yoga treu.
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Glücklich statt ausgebrannt Jeder wünscht, gesund und glücklich zu leben. Das sollte in einer Gesellschaft, in der für die meisten die Grundbedürfnisse gesichert sind, möglich sein. Auffällig ist jedoch, dass viele Menschen fast ausbrennen, oft ohne es zu wissen. Lange vor den körperlichen Symptomen gibt es Zeichen, die warnend und untrügerisch sein sollten, wie: „Das schaffe ich nicht“, „Ich kann mich nicht ent-scheiden“, „Ich komme zu kurz“, „Alles ist schlecht“, „Glücklich? Ich weiß nicht“. Wie das Leben jedes einzelnen verläuft hängt nicht allein von der Veranlagung, der Kultur und dem Umfeld ab. Entscheidend ist, wie jeder einzelne seine Erfahrungen und sein Potenzial nutzt. Eine der größten Herausforderungen ist, herauszufinden was wirklich Freude macht und zutiefst erfüllt und es mit Entschlossenheit zu verfolgen. Warum ist dabei Aufmerksamkeit so wichtig? Weil Energie der Aufmerksamkeit folgt! Wer Form und Inhalt seines Lebens ändern will, sollte lernen seine Aufmerksamkeit in neue Bahnen zu lenken. Während der Ausgebrannte, also nicht mehr Ausmerksame, einen Tunnelblick bekommt nimmt der Aufmerksame Neues wahr. Laut Wahrnehmungsforschung sieht man bestenfalls 50 % seiner Umwelt, dem Rest gegenüber ist man blind. Wahrnehmung folgt Aufmerksamkeit. Im Yoga wird der äußere Körper, der physisch-materielle, als grobstofflicher Körper bezeichnet. Ihm innewohnend befindet sich der feinstoffliche Körper. Er entspricht in etwa dem Gemüt, dem Geist und der bewussten Psyche. Dazu gehören die Gefühle, die Wünsche, die Begierden, der Verstand und der Wille. Während der physisch-materielle Körper aus chemischen Elementen besteht, besteht der feinstoffliche Körper aus Energie. Der grobstoffliche Körper bindet seine Aufmerksamkeit durch die Tätigkeit der Sinne - sehen, hören, riechen, schmecken und berühren - an die äußere Erscheinungsform der Dinge. Beim Praktizieren der Asanas wird geübt den äußeren Körper, aus einer bestimmten inneren Einstellung heraus, in eine korrekte Position zu bringen. Die Sinne sind nicht mehr an die Welt außerhalb des eigenen Körpers gebunden, dem nun alle Aufmerksamkeit gilt. Für die meisten bedeutet das, dass sie zuerst einmal ihr wichtigstet Instrument, den Körper, kennen lernen. Was dabei geschieht ist weit mehr. Entspannung beginnt in den äußeren Schichten des Körpers, dem physisch-materiellen. B.K.S. Iyengar beschreibt es so: „Asanas dringen tief in alle Schichten des Körpers und zu guter Letzt in das Bewusstsein selbst ein.“ Dieser Prozess belebt mehr und mehr den feinstofflichen Körper. Aufmerksamkeit wird in neue Bahnen gelenkt. Energie wird kanalisiert. Die Folge ist die Energie steht als Kraft, als Lebenskraft - als Potenzial, zur Verfügung, um Neues wahrzunehmen. B.K.S. Iyengar sagt es so:„Yoga setzt das kreative Potenzial im Leben frei.“ Die Geschichte eines Yogaschülers, der seit März 2010 Yoga praktiziert, liefert ein gutes Beispiel hierfür. Sein Leben war geprägt von rein äußeren Zielen. Seine Aufmerksamkeit galt fast ausschließlich dem leistungsorientierten Ausdauersport und den beruflichen Anforderungen. Er verlor zusehends die Wahrnehmung für seinen körperlichen, seelischen und geistigen Zustand. Das ging soweit, dass er ausbrannte. Den oben genannten Zeichen – alle zutreffend – schenkte er keine Aufmerksamkeit. Rückblickend sagt er: „Ich hatte völlig die Fähigkeit verloren, die Signale meines Körpers richtig zu deuten. Ich wollte und musste etwas an meinem Leben ändern und traf eine Entscheidung: Okay – Jetzt starte ich mit Yoga!“ In der Zeit seiner Yogapraxis ist inzwischen viel geschehen. Er beschreibt seine Erfahrungen so: „Während ich nach dem Sport zwar in gewisser Weise glücklich war, war ich doch erschöpft. Die Yoga-Praxis ist auch anstrengend und dennoch fühle ich mich stets nachhaltig energetisiert. Das liegt wohl daran, dass Yogapraktizieren so funktioniert: Ausrichten und Loslassen fließen zusammen. Ich bin klarer geworden. Aufmerksamkeit ist wirklich das Schlüsselwort. Meine Aufmerksamkeit in Bezug auf meine Umgebung ist gewachsen. Meine Sinne sind wacher. Meine wahren Bedürfnisse nehme ich deutlicher wahr. Das macht mich zu einem glücklicheren und zufriedeneren Menschen.“ |
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